Umweltschutz ist für mich keine Fragestellung, sondern eine Aufgabe, hier aktiv mitzuwirken.

Hallo Umweltinteressierter,

Wir sind sehr ökologisch ausgerichtet und wissen um die Verantwortung in diesem Bereich. Somit arbeiten wir an einer echten Alternative, doch die Lösung ist für uns mit Schwierigkeiten verbunden. Die ersten alternativen Verpackungen, die es auf dem Markt gibt und die für Lebensmittel in Deutschland zugelassen sind, können so noch nicht für den Bereich Speiseeis verwendet werden. Der Hauptgrund ist hier natürlich die Temperaturstabilität im Minusbereich. Auch ein sogenannter Originalitätsverschluss ist bei den ökologischen Verpackungen so nicht umzusetzen.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass es extrem kostenintensiv ist, die Becher herstellen zu lassen. Somit versuchen wir natürlich, aufgrund unserer Betriebsgröße unser Becher-Sortiment aus Standardprogrammen abzudecken. Aufgrund der geringen Stückzahlen ist dies eine Lösung, die uns zurzeit nicht zufrieden stellt.

Die ersten alternativen Verpackungen aus Bambus und Zuckerrohr müssen innen beschichtet sein und somit fallen sie schon wieder in der Beurteilung als ökologische Verpackung durch.

Somit haben wir es mit einer extrem komplexen Materie zu tun, wenn es um Alternativen geht und deren Entsorgung. Denn bereits bestehende gesetzliche Rahmenbedingungen berücksichtigen diese Neuentwicklungen leider nur zum Teil. Wir selber arbeiten an diesem Projekt und versuchen hier Änderungen und Wünsche einzubringen!

Ich möchte aber darauf hinweisen, dass Becher, die aus Pappe oder Papier hergestellt sind, nicht aus recycelten Produkten sein dürfen aufgrund der lebensmittelrechtlichen Gesetzgebung. Somit sind diese Becher alle aus gefällten Bäumen hergestellt. Wir wissen aber auch, dass von 100 gefällten Bäumen nur ca. 30% nachgepflanzt werden. Diese Schere geht gewaltig auseinander.

Aber auch diese Becher müssen in die Verbrennung, denn sie sind innen beschichtet. Beträgt die Beschichtung weniger als 5% des Gesamtgewichts, dann gilt der Becher als ökologisch gut. Doch dies ist nicht so ohne weiteres zu erreichen. Somit werden die Becher aus Papier und Pappe einfach mit dickerem Material produziert, um diese 5% zu erreichen. Also muss noch mehr gefällt werden.

Andererseits muss ich drauf hinweisen, dass der klassische Kunststoffbecher - hier gibt es unterschiedliche Materialien - doch auch Vorteile hat. Lebensmittel müssen verpackt werden. Ansonsten ist die Struktur, die wir im Lebensmittelhandel haben, so nicht aufrecht zu erhalten. Massenartikel für Konsumenten mit einem kleineren Budget sind auf diese angewiesen.

Es muss auch erwähnt werden, dass die Umweltbelastungen im Bereich von Cellulose-/Papierfabriken hoch sind. Ich möchte hier auf ein Urlaubserlebnis in Kanada hinweisen: Die dortige Holzverarbeitung hat den angrenzenden Fluss so stark belastet, dass dort keine Fische mehr sind.

Es kommt natürlich immer wieder die Frage auf: Können Verpackungen auch essbar sein? Natürlich gibt es die Eiswaffel, die auch schon bei Mitbewerbern angeboten wird, doch muss ich erwähnen, dass die Herstellung der Waffel 7-9 Mal so viel Energie benötigt wie die Herstellung eines Kunststoffbechers. Das fängt in der Landwirtschaft an und hört beim Backprozess auf. Doch erschreckend ist, dass die hier verwendeten Getreidesorten (Weizen) überwiegend aus der Ukraine kommen, denn hier sind auch die Waffelhersteller ansässig bzw. haben deutsche Firmen ihre Werke.

Ich möchte hier ein kleines Beispiel aus meinem eigenen Unternehmen anführen – immer wieder höre ich, dass die Eiswaffel viel besser ist als der Becher. (Übrigens verwenden wir in unseren Eiscafés einen Polystyrol-Becher, der zu molekularen Bestandteilen zerfällt und grundwasserneutral ist.) Die Waffel benötigt 9x so viel Energie zur Herstellung wie der kleine Eisbecher. Es fängt beim Pflügen des Feldes mit dem Traktor an und endet bei dem aufwändigen Backverfahren.

Dann wissen wir auch, dass hier noch mit Glyphosat gedüngt wird – sollte man die Waffel vielleicht verbieten?

Es steht fest, dass wir Lebensmittel verpacken müssen, doch den Weg in die 100-prozentige Ökologie kann ich Ihnen nicht aufzeigen. Ich bin der Meinung, dass hier ganz allein der Mensch verantwortlich für die Umweltbelastungen ist und nicht der Kunststoff. Der Kunststoff ist nicht alleine in die Meere und die Natur gewandert, sondern wurde von uns dort hingebracht und richtet dort den Schaden an. Je nach Art der Kunststoffe ist hier eine entsprechende Recycling-Struktur aufzubauen, die auch ggf. über eine Steuer bezahlt werden muss. Im gleichen Zuge ist aber auch eine Bestrafung für das Missachten dringend notwendiger gesetzlicher Vorgaben umzusetzen.

Wir selber haben ein Forschungsprojekt gestartet, um von den Kunststoffbechern auf alternative zu wechseln, hin zu einem ökologischen Becher ggf. zu wiederverwendbaren Bechern, ohne dass dabei Bäume sterben müssen. Denn Papier und Pappe wird aus Holz hergestellt.

Wir sind eine CO2-neutrale Produktion und gleichzeitig in mehreren Forschungsprojekten involviert, (getragen durch das Bundesumweltamt) über Elektromobilität sowie Feinstaubfilter für Pelletheizungen. Unsere ersten Elektro-LKWs sind bereits im Einsatz und dies natürlich mit der extrem umweltfreundlichen eutektischen Kühlung. Auch sind wir Baum-Pate und unterstützen die Bienenzucht und entwickeln gerade die neueste Technologie für Kühlfahrzeuge.

Sie sehen an meinen kurzen Ausführungen, dass es sehr komplex ist, sich mit der Umwelt auseinander zu setzen.

Eine sinnvolle Lösung wäre ein Pfand auf alle Kunststoffartikel und das weltweit, sodass ein Recycling zu annähernd 100 % gewährleistet wäre. Dies würde mit Sicherheit eine Entlastung der Meere bedeuten.

Es ist sehr komplex geworden, in Bezug auf Umwelt die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich persönlich halte Vorträge und sehe immer größere Herausforderungen, um das Ziel zur Erhaltung unseres Klimas zu erreichen.

Ich bin sicher, dass jeder einen Beitrag für die Umwelt leisten kann. Ich selber möchte hier mitmachen und fahre schon seit über vier Jahren ein E-Fahrzeug und entwickele permanent Einsparmöglichkeiten in meinem Unternehmen, so dass wir nur noch einen Energiekostenanteil von 2% haben. Ich versuche, die Menschen um mich herum zu motivieren, hier mitzumachen und schlage immer vor, jedes Jahr die Energiekosten um 3% zu senken. Dies würde gut ausreiche, um den Klimawandel zu stoppen.

Machen Sie mit!

Ihr Olaf Höhn