In der Waffel oder im Becher?

Liebe Kunden!

Ohne Verpackung können wir Ihnen kein Eis verkaufen. Da wir von Florida-Eis immer auf der Suche nach den umweltfreundlichsten und nachhaltigsten Lösungen für unser Geschäft sind, haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, wie wir unser Eis am besten verpacken können. Bisher haben wir noch keine Alternative zum Becher aus Kunststoff gefunden, die uns rundum zufrieden stellt, und ich möchte Ihnen gerne die Gründe dafür erläutern.

Es gibt in Deutschland Verpackungen aus alternativen Materialien, z. B. aus Bambus, Gras und Zuckerrohr, die schon für Lebensmittel zugelassen sind. Für Speiseeis eignen sie sich allerdings nicht, weil sie nicht ausreichend kältebeständig sind und bei Temperaturen im Minusbereich Schaden nehmen. Hier bedarf es noch ein wenig Entwicklung. Hinzu kommt, dass die Verpackungen innen beschichtet sein müssen, damit geschmolzenes Eis nicht ausläuft. Mit einer Beschichtung wäre die Verpackung wiederum nicht mehr nachhaltig.

Recycelte Pappe oder Papier sind für unsere Becher nicht erlaubt, weil man die Materialqualität nicht überprüfen kann, z. B. ob Farben darin enthalten sind, wenn das Papier vorher bedruckt war. Solche Verpackungen sind daher für Lebensmittel generell nicht zugelassen. Für Becher aus Pappe oder Papier bräuchten wir also neuwertige Rohstoffe, das heißt, wir müssten Bäume fällen. Das kommt natürlich nicht in Frage. Selbst wenn wir sicherstellen könnten, dass diese Bäume nachgepflanzt würden, wissen wir doch, dass wir in Anbetracht der globalen Klimakrise jeden Baum schützen müssen. Außerdem könnten diese Becher nicht recycelt werden, weil auch sie eine Beschichtung haben müssten.

Papierverpackungen gelten als nachhaltig, wenn die Beschichtung weniger als 5 % des Gesamtgewichtes ausmacht. Diese Vorschrift schafft leider einen Anreiz, extra schwere Verpackungen zu produzieren, die trotz dickerer Beschichtung die Anforderung erfüllen. Tatsächlich sind sie nicht nachhaltig, weil noch mehr Bäume dafür gefällt wurden. Ein eigenes Kapitel stellen zudem die Umweltbelastungen dar, die mit der Herstellung von Papier verbunden sind. Im Zusammenhang mit der Diskussion um Plastiktüten wurde schon mehrfach erwähnt, dass Papiertüten eigentlich nicht die bessere Alternative sind, weil es ein aufwändiges Verfahren mit vielen Chemikalien bedeutet, bis aus Holz eine reißfeste Tüte wird.

Also ist die Eiswaffel die bessere Wahl? Wenn es um die Einsparung von Plastik geht, dann sicherlich. Wenn man sich die Energiebilanz anschaut, sieht es schon wieder anders aus: Die Herstellung der Waffel benötigt nämlich 7- bis 9-mal mehr Energie als die Herstellung eines Kunststoffbechers. Denken Sie an die vielfältigen Arbeitsschritte in der Landwirtschaft und der Getreideverarbeitung sowie an den Backprozess. Das Getreide kommt überwiegend aus der Ukraine, wo auch die deutschen Waffelhersteller ihre Werke haben. Hier werden Mittel zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, die in der EU in den nächsten 2 Jahren verboten werden sollen. Außerdem müssen die Waffeln irgendwie nach Deutschland kommen. Die westliche Ukraine ist ungefähr 1000 km von Berlin entfernt, die Waffeln werden also in LKWs zu uns gebracht. Der hohe Energieverbrauch, nicht durchdachte Schädlingsbekämpfung und der Aufwand für den Transport passen nicht zu unserer Firmenphilosophie.

An vielen Stellen können wir im Alltag Kunststoff einsparen. An den Unverpackt-Läden, von denen es immer mehr gibt, kann man auch sehen, dass viele Verbraucher das wollen. Aber Speiseeis kann ich Ihnen leider nicht ohne Verpackung verkaufen. Ich kann Ihnen nur versichern, dass wir von Florida-Eis am Ball bleiben und ständig daran arbeiten, uns zu verbessern. Gleichzeitig gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die Recycling-Strukturen besser werden. Wir können nicht überall auf Kunststoff verzichten. Wir müssen aber dafür Sorge tragen, dass er recycelt wird. Nur dann landet er nicht in der Natur oder in den Meeren.

Weil uns von Florida-Eis die Umwelt am Herzen liegt, haben wir unsere Produktion so umgestellt, dass sie seit 2013 CO2-neutral ist. Außerdem sind wir an Forschungsprojekten zu Elektromobilität beteiligt. Unsere ersten Elektro-LKWs sind bereits im Einsatz, ausgestattet mit der umweltfreundlichen eutektischen Kühlung. Wir engagieren uns auch für den Naturschutz und haben Patenschaften für Bäume und in der Bienenzucht übernommen.

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Umweltschutz ist ein sehr komplexes Thema. Ich bin sicher, dass jeder einen Beitrag für die Umwelt leisten kann, und daher ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, was wir bei Florida-Eis weiter verbessern können. Nicht ohne Stolz kann ich Ihnen berichten, dass es uns gelungen ist, unseren Energieverbrauch mehr als zu halbieren, so dass er heute nur noch 3 % der Gesamtkosten ausmacht.

Nach diesen Ausführungen hoffe ich, dass Sie in Zukunft Ihr Florida-Eis noch besser genießen können. Sie können sich gerne an mich wenden, wenn Sie weitere Fragen zu unserem Engagement für die Umwelt haben.

Ihr Olaf Höhn